Elena hinter den Kulissen

Azadi (*)

Hei ich bin Elena, 15 Jahre alt und besuche die 9. Klasse. Ich hatte das Glück, mir am 27.05.2017 ein Fotosh
ooting in den Räumlichkeiten der Modeschulen Nürnberg für die neue Azadi-Kollektion ansehen zu können.
Um 10 Uhr ging es los. Die Stimmung war entspannt und unter allen Beteiligten herrschte eine gelöste Aufbruchsstimmung.
Für so ein Fotoshooting braucht man viele Menschen. Als Models arbeiteten vier SchülerInnen der Modeschulen. Neben den beiden Fotografen waren auch Mitarbeiter von FARCAP Fürth und Azadi sowie eine Lehrerin der Schüler anwesend.

Zuerst bauten die Fotografen ihr Equipment auf – einmal im Flur und im Treppenhaus der Modeschulen und später in einem Klassenzimmer, in dem viele Nähmaschinen auf den Tischen aufgebaut waren. Die Fotografen mussten dann mit viel Geduld hunderte Bilder machen, um die vielen Beleuchtungselemente aufeinander abzustimmen.

Währenddessen wurde die Zusammenstellung der einzelnen Kleidungsstücke besprochen, wie sie von den Models vorgeführt werden sollten.

Und dann ging es los: Von jedem Model wurden erst Einzelaufnahmen gemacht, dann wurden die vier noch in verschiedenen Gruppenzusammenstellungen fotografiert. Danach mussten sie sich umziehen, der Hintergrund wurde verändert, die Fotografen mussten sich wieder „einschießen“ und es wurden wieder alle vier neuen Modelle in Einzel- und Gruppenbildern festgehalten.

Dass diese Prozedur unglaublich viel Zeit in Anspruch nahm, kann sich wohl nun jeder vorstellen.

In der Zwischenzeit konnte ich meine vielen Fragen an die FARCAP-Mitarbeiterinnen loswerden. Sie erklärten mir, dass für das Entstehen einer Modekollektion viele Entwürfe gemacht werden, aus denen dann die besten ausgesucht werden.

Außerdem muss sich dann auf zusammen passende Stoffe, Farben und Muster geeinigt werden.

Die Azadi-Kollektion war in diesem Jahr ausschließlich von SchülerInnen der Modeschulen Nürnberg entworfen worden.  Sie wurde anschließend in Indien, Delhi, geschneidert. Sie besteht aus sommerlichen Blazern, Hosen, Kleidern und Shirts, wird hauptsächlich in den Farbtönen hellblau, orange, dunkelrot und in den Mustern unifarben, kleingepunktet und mit Paisleys produziert.

Um selbst ein paar Fotos vom Drumherum machen zu können, hatte ich eine alte Canon-Spiegelreflexkamera, ein „Erbstück“ meiner Tante, mitgebracht. Als ich diese auspackte, war einer der beiden Fotografen schier beeindruckt und nahm sich ein bisschen meiner an, in dem er mir noch viele Einstelltipps und –tricks zeigte.  ☺

Nach 4 ½ Stunden waren drei verschiedene Serien „im Kasten“. Dass es so lange dauern würde, damit hatte niemand so richtig gerechnet. Deshalb waren nun alle sehr erleichtert und zufrieden über die schönen Fotos. Diese sollen nun für einen Katalog und zur Darstellung in facebook verwendet werden.

Für mich war dies ein sehr spannender Vormittag, an dem ich viel über Mode und ihre Entstehung gelernt habe. Ich möchte mich ganz herzlich bei Frau Klemenz von FARCAP Fürth bedanken, die mir dieses tolle Erlebnis vermittelt hat.

Natürlich hatte ich mich im Vorfeld näher mit Azadi beschäftigt:

Azadi heißt im Indischen „Freiheit“ und ist ein Projekt von FARCAP Fürth, den Modeschulen Nürnberg und der indischen Organisation „STOP“.  Das Label steht für fairen Handel in der Textilbranche. In meinem Kleiderschrank hatte ich bereits ein paar von Azadis Kleidungsstücken liegen. Nachdem ich nun mehr über die Entstehungsgeschichte und das Engagement der jungen Inderinnen, ihr Leben und ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen, weiß, habe ich sehr viel Respekt vor den Dingen, die ich so täglich am Leib trage… Dafür bin ich ebenfalls sehr dankbar.